Die mystische Burg über dem schönen Magdeburg als Wahrzeichen des
Bürgerwillens der Neuen Zeit. Von Ludwig Schumann
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"Nicht, weil es sozusagen Mode geworden ist, daß Ausstellungen einen Turm haben, wurde dieses 60 Meter hohe Bauwerk geplant und errichtet, sondern aus architektonischen und ausstellungstechnischen Gründen, und dann, weil Magdeburg tatsächlich einen leicht besteigbaren Aussichtsturm braucht." So rechtfertigt der Architekt des Turmes, Schöpfer des Pferdetores und vom Magistrat mit der Gestaltung des Ausstellungsgeländes für die Theaterausstellung 1927 beauftragte Darmstädter Professor Albinmüller in seinem Artikel "Die architektonische Gestaltung der Ausstellung" in der Volksstimme vom 10.07.1927 Planung und Bau des auch heute noch bei den Magdeburgern sehr beliebten Aussichtsturmes (wie er heute benamt wird) im Rotehornpark. Und schwärmt weiter: "Der gläserne Turmhelm, dessen Erfrischungsraum innen mit Alabaster ausgekleidet wird, kann bei Dunkelheit von innen beleuchtet werden, und schon jetzt bei einer noch nicht restlos vollendeten Beleuchtung ergibt sich abends eine ganz starke und eigenartige Lichtwirkung. Mystisch wie eine Gralsburg glüht der Helmaufbau am nächtlichen Himmel."


Modell des Turms

Tatsächlich. Es ist die Lichtwirkung, die den Turm zu einem Juwel im Reigen architektonischer Schätze der Stadt macht. Für Albinmüller (wir bleiben bei dem Künstlernamen, den sich der Architekt und Designer Albin Müller, Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie zugelegt hat) ist das künstlich erzeugte Licht wesentliches Gestaltungselement. Es bindet inhaltlich als sichtbarer Ausdruck der Moderne den technologischen Fortschritt mit der Tradition zusammen (Licht als wichtiges Element der Mystik - von "Gralsburg" ist bei Albinmüller die Rede, s.o.). Das gilt letztlich auch für Form und Funktion der gläsernen Turmhaube. Aber zurück zum Licht.


Albinmüller

Die Lichtkonzeption des Ausstellungsturmes war von vornherein eingebunden in die Albinmüllersche beleuchterische Gesamtinszenierung des Ausstellungsgeländes. Trotzdem besteht sie auch für sich allein: Aus den schmalen Fenstern zwischen den Lisenen scheint blaues Licht (Albinmüllers Entwurf sieht blauviolettes Licht vor). Die Fenster der Aussichtspodeste leuchten, wie der untere Glasaufbau auch, gelb. Eine Effekt dieser Beleuchtung wird durch die Anordnung der Fenster gesteigert, die übereck erfolgt ist. Der entstehende Komplementärkontrast der Lichtfarben (violett und gelb) soll nach dem Willen des Architekten die Wirkung steigern, verstärkt auch den mystischen Eindruck erheblich. Albinmüller weiß um die Wirkung solcher effektvoller Farbgebung und setzt sie gern ein. Ein Beispiel dafür ist die Präsentation des von ihm entworfenen Flügels 75001 für die Fa. Ibach auf der Hessischen Landesausstellung von 1914 in Darmstadt, der mit seiner Goldbemalung für Furore sorgte. Die "kubische Helmbekrönung" (Wedemeyer) erstrahlt in rein weißem Licht. 800 Lampen in Röhrenform zu je 40 Watt erzeugen diesen faszinierenden Lichteffekt. Wobei die Lampen an den eisernen Quersprossen des gläsernen Turmhelms befestigt sind. Ihre Wirkung erhalten sie durch die Art ihrer Anbringung: Sie sind gegen die Wände durch eine Blende abgedeckt. Die Lichtfülle verteilt sich im Innenraum und ergießt sich durch die Glaswände nach außen. In den "Restaurationsräumen" (Albinmüller), also dem Turmrestaurant, sind vor den Lampen Alabasterwände aufgestellt, die nach innen eine intime Beleuchtung ermöglichen, nach außen eine reflektierende Wirkung erzielen. Die Wirkung wird insgesamt verstärkt durch einen Spiegelscheinwerfer, der, zwischen dem oberen und mittleren Teil des Glasaufbaus angebracht, von einem automatischen Motorgetriebe waagerecht gedreht oder senkrecht bewegt werden kann. Der Scheinwerfer hat einen Durchmesser von 400 mm und eine Leistungsstärke von 3000 Watt. Alfred Wedemeyer schrieb 1927 in der Deutschen Bauzeitung: "Wie ein geheimnisvoller Strahl wandert sein Schein über das Ausstellungsgelände und die Stadt." An anderer Stelle spricht er von der "magisch festlichen Stimmung", die durch die verschiedenen Beleuchtungseffekte auf dem Ausstellungsgelände erzielt wird.


Hauptraum des Turmrestaurants, ganz mit Alabaster ausgekleidet, mit wundervollem Ausblick auf Magdeburg und den Dom

Will man die Formensprache Albinmüllers richtig bewerten, der nicht nur als Architekt des Ausstellungsturmes fungierte, sondern auch die Innenarchitektur des Turms konzipierte, muss man wissen, dass er aus der Jugendstilbewegung zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts stammt. Innenraumgestaltung und Mobiliar des Turmstübchens und des Alabasterrestaurants, gedacht als Wein- und Sektrestaurant mit rund 50 Plätzen, tragen seine Handschrift. Stühle und Tische sind von ihm im Stil des Art déco entworfen. Sie stehen vor Alabasterwänden. Der Kronleuchter an der Decke des Restaurants erstrahlte abends in der Farbe des Grals, in rot. Die intime Beleuchtung des sogenannten Erfrischungsraumes tut ihr übriges, das ganze mystisch zu verklären. "Ich wollte mit der Turmbekrönung eine gläserne Burg, gleich einem Märchenschloß bauen und verglich in meinen Gedanken den massiven Unterbau mit einem hohen Berg, auf dem sie stand." (Albinmüller, Aus meinem Leben) Erich Feldhaus schwärmt in seinem Aufsatz "Neuere Arbeiten von Prof. Albinmüller" gar: "Ein durchglühter Topas. Weit in die Niederungslandschaft hinein steht an den Abenden diese flammende Kuppel, spiegelt sich in Wasserbecken und Stromläufen und ist selbst in der Entfernung von Kilometern noch ein Wahrzeichen von so seltsamer, phantastischer Eindringlichkeit, wie es seinesgleichen am vielbewegten Nachthimmel der deutschen Großstädte noch nicht gefunden hat." Und Albinmüller selbst begeistert sich in seinem Volksstimme-Artikel vom 10.07.1927 über die Aussicht von hier oben:
"Die Aussicht, die man von dieser hohen Warte genießen kann, ist einzigartig. Herrliches Parkgelände dehnt sich nach Osten und verbindet sich mit den in zarte Farben getauchten Wiesen und Feldern der Elbniederung. Mit zwei gewaltigen Armen umfaßt der Strom den Rotehornpark, die Ausstellungsinsel; westlich zieht sich die Stadt in einer mächtigen Kurve der Elbe entlang, geschmückt mit dem Perlenkranz ihrer sieben Doppelkirchen. Das schöne Magdeburg." Die Begeisterung muss nicht verwundern.³


Ausstellungsgelände der 7. Theaterausstellung

Seit seiner Zeit als Lehrer an der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule von 1900 bis 1906 wünscht sich Albin Müller für Magdeburg einmal etwas Besonderes, eine Kirche oder sonst ein bedeutendes Werk, zu schaffen. Mehr als zwei Jahrzehnte später ist es so weit..." weiß die Bremer Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Babette Gräfe in der Volksstimme vom 22.04.2000 zu berichten - und schließt mit dem Wunsch "Hoffentlich konstituiert sich in Magdeburg erneut eine Fraktion, vielleicht ein Förderverein, der sich einer Komplettsanierung des hilfsbedürftigen Schützlings annimmt. Lohnend wäre es allemal." Pächter des Restaurants und des Turmstübchens ist 1927 Otto Mahnke.

Man muss sich die Zeit vor Augen führen: 1927 schreiben wir gerade mal neun Jahre nach dem ersten Weltkrieg. Selbst die Berliner Presse wundert sich über "den Mut zum Wagen und Wirken", den man in Magdeburg mit der Theaterausstellung mobilisiert und verheißt: "ob es gelingt oder nicht: hier ist neue Zeit." Albinmüller, der aus Darmstadt verpflichtet wurde, das Gelände insgesamt mit seinen vielen Einzelbauten, Hallen und der von Göderitz entworfenen Stadthalle gesamtplanerisch als eine Einheit zu überdenken, fehlt, um optisch alle Teile zusammenzuhalten, ein Bau, der in die Höhe strebt, eine vertikale Dominante. Als Vorbild, auch wenn er dem hiesigen Turm ein gänzlich anderes Gepräge gibt, dient ihm der von Joseph Maria Olbrich für die Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst 1908 geschaffene Hochzeitsturm auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Seit Mitte Oktober 1926 verfolgt der Architekt den Plan, dem Ausstellungsgelände ein Wahrzeichen zu geben. Das ist ihm ohne Zweifel gelungen.

Der Ausstellungsturm ist, wie Babette Gräfe feststellt, bis heute ein "Symbol für eine gewachsene bürgerliche Kultur, die jene mäzenatische Rolle der Höfe und Dynastien übernommen hat. Auch insofern, nicht nur städtebaulich, verkörpert der Turm ein Gegengewicht zu den Dom- und anderen Kirchtürmen (1927 waren auf der westlichen Elbseite noch 7 Doppeltürme zu sehen) am westlichen Elbufer, eine wesentliche Doppelfunktion, die er bis heute erfüllt." Hier wird wohl auch der Grund der nicht nachlassenden Beliebtheit des Turmes bei den Magdeburgern liegen. Ein Pfand, mit dem eine kluge und auf Identitätsstiftung ausgehende Stadtregierung wuchern könnte. Stadthalle und Turm als die im wesentlichen einzigen überreste eines in der internationalen Presse von 1927 gefeierten Ausstellungsgeländes sind nach dem Krieg, und zwar bis heutigen Tages, in der Stadtplanung eher vernachlässigt worden. Nimmt man Gräfes Argument ernst, ist diese Haltung gegenüber dem Rest des Ausstellungsgeländes gleich garnicht nachzuvollziehen.


Pferdetor - Der Ehrenhof

Noch eine zweite Reminiszenz an Darmstadt wird es geben: Das dem Haupteingang gegenüberliegende ca. 15 m hohe Pferdetor, das in enger Anlehnung an das von Albinmüller und Bernhard Hoetger geschaffene Darmstädter Löwentor entsteht. Die Pferde sind von Albinmüller selbst entworfen und von den Kunstkeramischen Werken der Stadt Kiel als Zeichen ihrer Leistungsfähigkeit kostenlos ausgeführt worden. Dem Gelände eine repräsentative Einheit zu geben, dient der 8000 qm Fläche einnehmende Ehrenhof, der von allen Hallen umschlossen wird. Die Hallen öffnen sich in ihm zur Stadthalle. Aus der Anlage des Ehrenhofes sind heute noch die beiden 9 m hohen Beleuchtungspylone erhalten, die einst aus fünf runden geätzten Glasröhren den Platz beleuchteten. Der Turm selbst stand an der Seite des Haupteingangs zur Theaterausstellung. Kein Zweifel: Er erfüllt die Aufgabe, das Gleichgewicht zwischen der 22 m hohen, mächtigen, in Eisenklinkern ausgeführten Stadthalle und den schlichten, flachen, verputzten Ausstellungshallen herzustellen: 60 m steigt der Turm in die Höhe. Weithin sichtbar macht er auf die Ausstellung aufmerksam. Am Fuß des Turmes befindet sich das Verwaltungsgebäude für die Ausstellung, errichtet aus Eisenklinkern, dem Material für den Eingang der Stadthalle.


Turm im Bau - 28.4.1927

Der Turm besteht aus einem 45 m hohen Schaft aus Eisenbetongerippe mit davorgesetzten Ambisteinen und einem 15 m hohen Helm aus Eisen und Luxferprismen. Er erhebt sich auf einer für die Höhe doch eher kleinen Grundfläche von 81 qm. Dass der Helm nicht, wie zu erwarten, mittig sitzt, sondern auf der Ecke, ergibt sich aus zweckmäßigen Gründen: Der Aufzug ist in jener Ecke eingebracht. Der Turm folgt nach Albinmüllers Vorschlägen dem Baugedanken des Neuen Bauens, also im Streben nach Sachlichkeit. Die innere Funktion soll nach außen sichtbar gemacht werden, siehe beispielsweise das blaue Lichtband am Turm hinauf, mithin dem Fahrstuhlschacht entlang. "Die Stelle des Aufzugs ist durch hochstrebende Lisenen an der Südostecke des Turmes erkenntlich, während an den andern Ecken die Aussichtsfenster der Treppenpodeste sachgemäß gestaffelt sind. Die Bekleidung des Turmschaftes ist in dunkelgrauem, nach oben aufhellendem Ton gehalten. So wird die Wirkung des Aufstrebens noch besonders unterstrichen. Dieser optische Eindruck wird durch den nicht zentrierten Turmaufsatz gar noch verstärkt. Der Eingang zum Turm wurde durch einen mit einer aus Eisenklinkern hergestellten Pergola umschlossenen kleinen Vorhof am Fuß des Turms zugänglich. Im Kellergeschoss befanden sich ein Wirtschaftskeller für das Restaurant (oder den Erfrischungsraum, wie Albinmüller ihn bezeichnete). Der Anfang des Fahrstuhlschachtes und die technischen Anlagen für die Beleuchtung und die Toiletten. Im Erdgeschoss liegt die Vorhalle mit dem Eingang zum Fahrstuhl und dem Treppenaufgang. Im 9. Obergeschoss befinden sich die Küchenanlage und Anrichte, im 10. Obergeschoss die Herren- und Damentoiletten, im 11. Obergeschoss der Erfrischungsraum mit Büfett und die beiden Aussichtsterassen sowie im 12. Obergeschoss ein Ausstellungsturm mit vier großen, dreiteiligen Fenstern zwischen den vier Ecktürmen des Helmaufbaus.

Der Baugrund besteht aus Schwemmland mit arthesischen Quellwässern. Ursprünglich soll der Baugrund nach entsprechenden Untersuchungen wie der der Stadthalle auf einer in 8 m Tiefe gelegenen Lehmschicht zu finden sein. Hierauf hätten dann Eisenbetonkasematten gelegt werden können, welche die Fundamente aufnehmen sollten. Die Voruntersuchungen ergaben jedoch ein falsches Bild. Die Baugrube steht, wenn sie abends leergepumpt ist, am Morgen bereits wieder unter Wasser. Um den Turm auf solch ungünstigem Baugrund gründen zu können, muss ein Pfahlrost vorgesehen werden. Dazu werden 89 neun Meter lange Betonpfähle (nach Albinmüller "Aus meinem Leben" sind es achtundneunzig) in die Erde gerammt. Auf diesen Pfählen schließlich liegt eine 2 m starke, eisenbewehrte Betonplatte. Diese und der Pfahlrost nehmen die Last des Turmes auf, die immerhin 3000 Tonnen beträgt. Dieses unerwartete Bauhindernis hat zur Folge, dass der Turm erst am 5. Juli 1927 der öffentlichkeit übergeben werden kann.

Albinmüller ist das Pseudonym des Albin Camillo Müller, geboren am 13.12.1871 im erzgebirgischen Dittersbach, 1943 verstorben in Darmstadt. Er studiert an der Kunstgewerbeschule Mainz und Dresden; als Architekt ist er Autodidakt. Magdeburgs Stadtbaurat ist um 1900 eher skeptisch, Albinmüller in ein Lehramt an der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule zu berufen. Man hält hier nicht viel von solchen Neuerern wie van de Velde, Olbrich, Behrens. Dass er ein fundiertes Wissen über die bewährten Stile mitbringt, qualifiziert ihn denn doch für das Lehramt. Im Mai 1900 kann Albinmüller seine Lehrtätigkeit aufnehmen - und er nutzt sie entschieden, einen neuen Geist in die Lehranstalt zu bringen. Mit seinem Namen sind die großen Erfolge der Magdeburger Schule 1904 zur Weltausstellung in Saint Louis verbunden. Hier erregten seine für das Stolbergsche Hüttenamt in Ilsenburg/Harz entwickelten Briefbeschwerer, Leuchter und Tischuhren in Gusseisen sowie das moderne Herrenarbeitszimmer für das Kaiser-Friedrich-Museum großes Aufsehen. Albinmüller erhält einen Grand Prix der Weltausstellung. Mehrere Goldmedaillen für die beteiligten Künstler und Handwerker werden ausgereicht. Der neue Ruf Magdeburgs als Zentrum moderner Gewerbekunst ist begründet.
Nur, leider, reicht er nicht über die Zeit des ersten Weltkrieges hinaus. Was übrigens nicht zurückkommt, sind die Exponate. Sie werden nach New York verkauft. Bis 1906 lehrt Albinmüller an der Magdeburger Schule. 1906 wird er als Professor an die Technische Hochschule Darmstadt berufen. Gleichzeitig wird er eines der ersten Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie. Hier trifft er auf den Bildhauer Bernhard Hoetger, mit dem er u.a. am Darmstädter Löwentor arbeitet. Die Reformideale der Jugendstil-Protagonisten fallen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer, die meisten Werke Albinmüllers, die das neue, reformerische Raumgefühl aufzeigen, dem Zweiten Weltkrieg. Kaum einer seiner Entwürfe hat sich in der Gesamtheit erhalten. Einzig das Sanatorium Dr. Barner in Braunlage. Von Albinmüller stammen die Entwürfe für die Einfamilien- und Reihenhäuser in Darmstadt-Mathildenhöhe (1913), das Magdeburger Krematorium (1919), das Boelcke-Denkmal in Dessau (1921), das Theater in Dessau (1923), die Deutsche Vereinsbank in Darmstadt, das Löwentor in Darmstadt (gemeinsam mit Bernhard Hoetger). Zukunftsweisend sind Albinmüllers Entwürfe für zerlegbare, transportable Holzhäuser, für die er jedes Detail, auch die Inneneinrichtung, entwirft.
Eine Sternstunde in Schaffen Albinmüllers ist seine Arbeit für das Ausstellungsgelände im Magdeburger Rotehornpark samt Ausstellungsturm (1927). Er macht mit dieser Arbeit Magdeburg zur "Mustermetropolis des Ausstellungswesens", wie internationale Zeitungen damals lobend schrieben. Leider ist das Ausstellungsgelände 1945 durch amerikanischen Artilleriebeschuss weitestgehend zerstört worden. Um so wichtiger ist die Restaurierung der vom damaligen Ausstellungsgelände einzig noch erhaltenen Bauten, der von Johannes Göderitz geplanten Stadthalle und der beiden Zeugnisse Albinmüllerscher Baukunst, des Ausstellungsturmes und des Pferdetores.





Quellennachweis: Albinmüller. Aus meinem Leben. Maschinenschrift. Darmstadt o.J. Albinmüller. Die architektonische Gestaltung der Ausstellung. In: Volksstimme. 10.07.1927 Bauten der deutschen Theater-Ausstellung. In: Deutsche Kunst und Dekoration (DkuD). 1927 Feldhaus, Erich. Neuere Arbeiten von Prof. Albinmüller. Berlin 1928. Gerlach, Hans-Karl. Die mitteldeutsche Ausstellungsgesellschaft mbH von der "MIAMA3 1922 bis zur Deutschen Theaterausstellung 1927. Maschinenschrift. Magdeburg. 1990 Gräfe, Babette. Historischer Abriss zum denkmalpflegerischen Konzept Aussichtsturm - Rotehorn Park Magdeburg. Magdeburg 1999 (Kossel, Simon und Partner GbR) Gräfe, Babette. Im Aussichtsturm befand sich einst die seltsamste Gaststätte der Welt. Volksstimme 22.04.2000 Gräfe, Babette. Er holte Natur in die Räume. Volksstimme 24.03. 2001 Krusche, Friedemann. Um das Welttheater wohl verdient gemacht...Volksstimme 21.09.1998 Kürschners deutscher Gelehrtenkalender Jg.4. 1931 Vollmer, Hans. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts Bd.1. 1953 Wedemeyer, Alfred. Die Deutsche Theater-Ausstellung in Magdeburg. In: Deutsche Bauzeitung. August 1927 Wille, Manfred. Magdeburgs Aufbruch in die Moderne. Landeshauptstadt Magdeburg. 1995. Fotografien Archiv Stadthallen Magdeburg, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Magdeburg Ludwig Schumann / Simone Rauhut

 
 


update: 21.06.2001